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Folsäure in der Schwangerschaft

Autor: Christina Meier

Folsäure, auch Vitamin B9 genannt, zählt zu den Vitaminen, die dem Körper mit der Nahrung zugefügt werden müssen, da der Mensch sie nicht selbst herstellen kann. Sie kommt in vielen Lebensmitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs vor. Nicht nur für die Erbsubstanz ist Folsäure ein unerlässlicher Baustein. Auch und vor allem für die Bildung roter und weißer Blutkörperchen (Erythrozyten und Leukozyten) ist Folsäure unbedingt notwendig. Es ist also äußerst wichtig, den Körper mit ausreichend Folsäure in der Schwangerschaft zu versorgen. Ideal wäre es, mit der Folsäureversorgung bereits vor der Schwangerschaft zu beginnen.

Für den Abbau des Homocysteins, einer giftigen Aminosäure, die während der Verstoffwechselung von Proteinen entsteht, wird Folsäure ebenso benötigt. Daher kann ein erhöhter Homocystein-Wert im Blut oft auch ein Hinweis auf einen Mangel an Folsäure oder einem anderen wichtigen Vitamin sein.

Wenn Sie zu den Frauen gehören, die mit der Antibabypille verhüten oder schwanger sind, haben Sie auf jeden Fall einen erhöhten Bedarf, der bei Nichtschwangeren, die keine Antibabypille nehmen, bei ca. 400 Mikrogramm täglich liegt.

 

Wenn Folsäure in der Schwangerschaft fehlt

Grünes Blattgemüse enthält viel Folsäure

Wer unter einem extremen Folsäuremangel leidet, hat ein erhöhtes Risiko, an einer Form von Anämie zu erkranken, die als megaloblastär-hyperchrome Anämie bekannt ist.

Besonders fatal kann sich ein Folsäuremangel der werdenden Mutter für ihr Ungeborenes auswirken. Hier kann es zum sogenannten „offenen Rücken“ (Spina bifida) kommen. Eine offene Stelle des Rückens bzw. der Wirbelsäule führt zu mehr als nur einer starken körperlichen Beeinträchtigung des Kindes.

Um dies zu vermeiden, sollte Sie Ihren Folsäurespeigel am besten schon vor der Schwangerschaft messen und bei Bedarf zusätzlich Folsäure in der Schwangerschaft und davor einnehmen. Bei zu niedrigen Werten sollten Sie rechtzeitig mit der Supplementierung von Folsäure zu beginnen und gegebenenfalls Ihren Frauenarzt diesbezüglich zu Rate ziehen.

 

Symptome, die auf einen Mangel an Folsäure deuten

1. Ein eigentümliches Brennen an der Zunge kann ein Hinweis auf einen Folsäuremangel sein.

2. Wiederkehrende oder langanhaltende Schleimhautentzündungen, insbesondere im Darm, können ebenfalls bei einem Mangel an Folsäure vorkommen.

3. Reizbare Stimmungsschwankungen mit depressiven Phasen und vermehrter Müdigkeit können sich ebenso bei einem Mangel an Folsäure zeigen.

4. Manchmal führt ein Folsäuremangel auch zu Durchfall oder es kann zusätzlich zu einer Neigung zu Blutungen mit auffälliger Blässe und Atemproblemen kommen.

Wann Sie unbedingt Ihren Folsäure-Status bestimmen lassen sollten

Auch wer an bestimmten Erkrankungen leidet oder besondere Medikamente einnehmen muss, kann dadurch bedingt einen erhöhten Folsäurebedarf entwickeln. Daher ist es für folgende Patienten ebenfalls ratsam, die Folsäure-Konzentration im Blut bestimmen zu lassen:

> Epileptiker, die bereits seit längerer Zeit Antiepileptika einnehmen

> Patienten, die eine bestimmte medikamentöse Behandlung gegen eine bestehende
Krebserkrankung verordnet bekommen, wenn es sich herbei um sogenannte Folsäureantagonisten
handelt

> Patienten, die aufgrund einer Nierenerkrankung schon über einen längeren Zeitraum regelmäßig
zur Dialyse müssen

> Bei jedem krankheitsbedingen Verdacht auf Blutarmut

Von einem normalen Folsäurewert (im Blut) eines Erwachsenen spricht man, wenn dieser mindestens 2,5 ng/ml Blut beträgt. Werte unter 2,0 ng/ml Blut sind eindeutig zu niedrig. Wer einen zu niedrigen Folsäure-Spiegel aufweist, kann Folsäure kaufen und damit seinen Folsäurewert erhöhen.

Allerdings sollten Sie sich dabei stets an die Anweisungen auf der Packungsbeilage hinsichtlich der Dosierungen halten. Übrigens ist neben anderen wichtigen Vitaminen auch Folsäure in einem hochwertigen Multivitaminpräparat enthalten, so dass Sie hierbei weder eine Unter- noch Überversorgung mit wichtigen Vitaminen befürchten müssen.

Wodurch kann ein Mangel an Folsäure in der Schwangerschaft entstehen?

Folgende Ursachen können neben weiteren abklärungsbedürftigen Faktoren an der Entstehung eines Folsäuremangels beteiligt sein:

1. Wer sich generell nicht vollwertig ernährt, nimmt mit der Ernährung wahrscheinlich auch einfach zu wenig Vitamine, so auch Folsäure, auf. Diese Ursache eines möglichen Folsäuremangels ist nicht immer leicht zu beseitigen.

In Absprache mit dem Arzt sollte hier eine Ernährungsumstellung erfolgen und gegebenenfalls ein geeignetes Nahrungsergänzungsmittel bzw. Folsäurepräparat eingenommen werden. Wer Folsäure kaufen möchte, kann verschiedene Folsäure-Präparate in der Apotheke oder auch im Online-Handel erwerben.

2. Durch chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie beispielsweise Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder auch Zöliakie/Sprue, kommt es meist zu einer gestörten Resorption wichtiger Nährstoffe. Hier besteht oft generell ein erhöhter Bedarf an mehreren wichtigen Nährstoffen, da es krankheitsbedingt eher zu einem Mangel an verschiedenen Nährstoffen kommen kann.

3. Manche Medikamente können ebenfalls einen Folsäuremangel begünstigen. Es empfiehlt sich daher, stets sorgfältig die Packungsbeilage der einzunehmenden Medikamente durchzulesen und in Absprache mit dem Arzt ein geeignetes Folsäurepräparat einzunehmen.

4. In bestimmten Phasen des Lebens besteht generell ein erhöhter Bedarf an Folsäure, aber auch anderen, wichtigen Nährstoffen. Besonders in bzw. vor der Schwangerschaft, in der Wachstumsphase bei Kindern und Jugendlichen und bei einigen Erkrankungen kann es zu einem erhöhten Bedarf kommen, so dass die Einnahme eines entsprechenden Präparates empfehlenswert sein kann.

 

In diesen Lebensmitteln ist besonders viel Folsäure enthalten

Es gibt zahlreiche Lebensmittel, die eine beachtliche Menge an Folsäure enthalten. In diesen wird die nicht-synthetische Form von Folsäure Folat genannt, während die synthetische Form, die es als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen gibt oder manchen Nahrungsmitteln zugesetzt wird, als Folsäure bezeichnet wird.

Zwar enthalten etliche Lebensmittel teilweise nennenswerte Mengen an Folsäure bzw. Folat. Diese gehen jedoch zum größten Teil durch lange Kochzeiten und industrielle Weiterverarbeitung verloren.

So ist anzunehmen, dass weit mehr Menschen an einem latenten Folsäuremangel leiden, als bekannt ist.
Dennoch sollte der Folsäurebedarf nach Möglichkeit wenigstens zum größten Teil über die Nahrung gedeckt werden. Dies ist möglich, wenn viel Gemüse wie beispielsweise Rohkost, zu der auch fermentiertes Gemüse zählt, in den täglichen Speiseplan mit eingebaut wird.

In erster Linie ist Folsäure in grünem Blattgemüse enthalten, was schon in dem Wort „Folio“, also Blatt steckt. Doch auch Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkorngetreide sind gute Folsäurelieferanten. Andere Gemüsesorten enthalten ebenfalls Folsäure, während bei den Früchten nur wenige größere Mengen an Folsäure aufweisen. Sauerkirschen, Apfelsinen, Weintrauben, Mangos und Erdbeeren gehören zu den Früchten mit verhältnismäßig viel Folat bzw. Folsäure.

Bei den Lebensmitteln tierischen Ursprungs sind es vor allem Eigelb und Leber, die nennenswerte Mengen an Folsäure aufweisen.

Sie können also einen großen Teil Ihres Extrabedarfs an Folsäure und anderen Vitaminen in der Schwangerschaft mit Ihrer täglichen Nahrung decken.

 

Bei Folsäuremangel und zu Beginn bzw. unmittelbar vor der Schwangerschaft empfiehlt sich die Einnahme eines hochwertigen Folsäurepräparates

Bei einem ausgeprägten Mangel oder einem erhöhten Bedarf an Folsäure wird es jedoch schwer, diesen allein mit einer entsprechenden Ernährung rechtzeitig zu kompensieren. Hier empfehlen wir Ihnen, zu einem qualitativ hochwertigen Multivitaminpräparat mit Folsäure zu greifen, welches Sie auch längerfristig einnehmen können, da hie die Folsäure in einen Vitamin-Komplex eingebaut ist und es weder zu einer Über- noch Unterversorgung einzelner Vitamine kommen kann. Da durch die moderne Ernährungsform immer mehr Menschen einen latenten oder auch offensichtlichen Mangel aufweisen, ist es heute nur schwer möglich, den tatsächlichen Bedarf vieler Vitamine nur über die Ernährung zu decken.