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Gravidogramm: Seite 7 des Mutterpasses

Autor: Christina Meier

Auf Seite 7 und 8 im Mutterpass befindet sich ein sogenanntes Gravidogramm. Beim Gravidogramm handelt es sich um eine recht umfangreiche Aufzeichnung über den Verlauf der Schwangerschaft, die sich über die 7. Und 8. Seite des Mutterpasses hinzieht. Diese genaue Dokumentation dient jedem Arzt oder jeder Hebamme als Information und Überblick über den bisherigen Schwangerschaftsverlauf und eventuell eingetretene Veränderungen. Auch nach dem zweiten Antikörper-Suchtest, der spätestens zwischen der 25. und 32. SSW stattfinden sollte, wird nochmals gefragt.

Folgende Punkte bzw. Angaben werden auf Seite 7 des Gravidogrammes eingetragen:

 

1. Datum der Untersuchung

2. Errechnete Schwangerschaftswoche

3. Eventuell korrigierte Schwangerschaftswoche

4. Der Fundusstand

5. Die Kindslage

6. Die Herztöne des Babys

7. Die Kindsbewegungen

8. Ödeme

9. Varikosis (Krampfadern)

10. Die Gewichtszunahme

11. Der Blutdruck

12. Der Hb-Wert

13. Die Sedimentuntersuchung

 

Punkt 1 bis 3 des Gravidogrammes:
Datum der Untersuchung und errechnete und/oder korrigierte Schwangerschaftswoche

 

 

Neben dem jeweiligen Untersuchungsdatum wird die errechnete Schwangerschaftswoche angegeben. Daneben befindet sich im Gravidogramm eine Spalte, um die eventuell korrigierte Schwangerschaftswoche einzutragen. In der Regel wird die Schwangerschaftswoche folgendermaßen angegeben:
Die voll erreichte Woche wird zuerst ausgeschrieben und im Anschluss die Anzahl der Tage, die zusätzlich erreicht sind.
Beispiel:

 

SSW 14+4 bedeutet, dass Ihre Schwangerschaft 14 Wochen und 4 Tage alt ist und Sie sich in der 15. Schwangerschaftswoche befinden.

 

Sollte es aufgrund einer Ultraschalluntersuchung zu auffälligen Abweichungen bzw. einer Unsicherheit über den Zeitpunkt der Befruchtung kommen, kann die Schwangerschaftswoche auch nachträglich korrigiert werden.
Dies ist nicht zu unterschätzen, da sich nur anhand dieser Daten auch der voraussichtliche Geburtstermin errechnen lässt.

 

Punkt 4 im Gravidogramm:
Der Fundusstand

Mit dem Begriff „Fundusstand“ oder „Symphysen-Fundusabstand“ ist der Abstand zwischen Ihrem Schambein und dem jeweils oberen Punkt bzw. Rand der Gebärmutter gemeint, der anzeigt, wie weit die Gebärmutter und Ihr Kind gewachsen sind. Der Fundusstand kann von Hebamme oder Arzt gut ertastet werden und verändert sich fast täglich.

Wenn Ihr Kind bzw. Ihre Gebärmutter Ihren Bauchnabel erreicht hat, was ungefähr in der 24. SSW der Fall sein dürfte, werden Sie dies im Gravidogramm an dem Eintrag „N/0“ erkennen können. Der Symphysen-Abstand dürfte dann etwa 22 Zentimeter betragen. Der Eintrag aus der Schwangerschaftswoche zuvor wird wahrscheinlich „N/1“ lauten, was bedeutet, dass Ihr Baby etwa einen Querfinger unterhalb Ihres Bauchnabels zu fühlen ist.

So etwa könnten die folgenden Einträge der Messungen lauten:

Der Eintrag Rb/N im Gravidogramm, der etwa der 28. Schwangerschaftswoche entspricht, bedeutet, dass Ihr Kind zwischen Rippenbogen und Nabel zu tasten ist. Der Abstand zwischen Schambein und der oberen Rand der Gebärmutter beträgt zu diesem Zeitpunkt etwa 26 Zentimeter.

Der Eintrag Rb/3 wird wahrscheinlich in der 32. Schwangerschaftswoche zu finden sein und bedeutet, dass Ihr Kind 3 Querfinger unterhalb des Rippenbogens zu tasten ist. Der Symphysen-Abstand beträgt dann in der Regel 29 Zentimeter.

Ist Ihr Baby bereits am Rippenbogen zu ertasten, was um die 36. Schwangerschaftswoche herum der Fall sein sollte, werden Sie das Kürzel Rb/0 lesen können. Hier beträgt der Abstand zwischen Schambein und oberem Gebärmutterrand etwa 34 Zentimeter.

In der 36. Schwangerschaftswoche ist der erreichte Fundusstand am höchsten. Denn ab dann senkt sich die Gebärmutter langsam und das Kind bewegt sich Richtung Geburtskanal. Während also der Fundusstand in der 36. Schwangerschaftswoche den Rippenbogen erreicht hat, ist er in der 40 Schwangerschaftswoche lediglich 1 bis zwei Querfinger unterhalb des Rippenbogens zu ertasten.

 

Punkt 5 im Gravidogramm:
Die Kindslage

 

 

Auch die Lage Ihres Kindes wird im Gravidogramm Ihres Mutterpasses bei jeder Untersuchung dokumentiert. Hierbei kommen einige abgekürzte Begriffe zum Einsatz, die im Folgenden erläutert werden:

 

Die Abkürzung SL steht für Schädellage. Hierbei liegt der Kopf Ihres Babys unten, was eine ganze Zeit lang die häufigste Stellung Ihres Babys sein wird.
Das Kürzel BEL bedeutet Beckenendlage. Hier liegt das Baby mit dem Po nach unten.
Der Eintrag QL ist die Abkürzung für Querlage, das heißt, dass Ihr Kind quer in Ihrem Bauch liegt.

 

Etwa ab der 36. SSW sollte in dieser Spalte das Kürzel SL stehen, denn nun sollte Ihr Baby in Schädellage, also mit dem Kopf Richtung Geburtskanal, liegen. Sollte es sich jedoch in dieser Zeit noch in Beckenend- oder Querlage liegen, könnten Arzt oder Hebamme versuchen, das Baby zu einer Drehung zu veranlassen. Liegt das Baby zum Zeitpunkt der Geburt jedoch immer noch in Querlage, muss ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Bei einer Beckenendlage ist unter günstigen Bedingungen dagegen eine Spontangeburt möglich.

 

Punkt 6 im Gravidogramm:
Die Herztöne des Babys

 

Ab der 7. SSW können die Herztöne des Kindes nachgewiesen werden. Ab diesem Zeitpunkt trägt ihr Frauenarzt bei jeder Untersuchung ein Pluszeichen in das entsprechende Kästchen des Gravidogrammes ein.

 

Punkt 7 im Gravidogramm:
Die Kindsbewegungen

Die meisten Mütter verspüren die ersten Bewegungen des Kindes ab der 17. Schwangerschaftswoche. Während Erstgebärdende die Bewegungen ihres Kindes manchmal erst später wahrnehmen, spüren Mütter, die bereits eine oder mehrere Schwangerschaften erlebt haben, die Bewegungen oft früher. Auch für die Wahrnehmung der Bewegungen Ihres Kindes wird Ihr Frauenarzt bei jeder Untersuchung ein Pluszeichen an der jeweiligen Stelle eintragen.

Punkt 8 im Gravidogramm:
Ödeme

Wahrscheinlich aufgrund der vermehrten Auflockerung des Gewebes kann in der Schwangerschaft Wasser aus dem Blutkreislauf leichter in das umliegende Gewebe eintreten, welches dann als Ödeme an verschiedenen Stellen des Körpers sichtbar wird. Meist treten solche Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft an Beinen und Armen auf.

Aber auch im Gesicht, besonders um die Augen herum, lassen sich solche Ödeme manchmal beobachten. Besonders gegen Abend und an warmen Sommertagen sind dann die Füße um die Knöchel herum geschwollen. Gegen Ende der Schwangerschaft tritt dies häufiger auf und ist in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Doch eine vermehrte Ödembildung vor der 24. Schwangerschaftswoche sollte abgeklärt werden.

Ödeme, die gleichzeitig mit Bluthochdruck auftreten, können ein Hinweis auf eine sich anbahnende Eklampsie sein, die unbedingt umgehend behandelt werden muss. Deshalb sollten Sie Ihrem Frauenarzt mitteilen, wenn Sie an sich auffällige Schwellungen festgestellt haben, die auf eine Wasseransammlung im Gewebe hindeuten.

Punkt 9 im Gravidogramm:
Varikosis

Leider begünstigt eine Schwangerschaft durch verschiedene Faktoren auch die Bildung von Krampfadern (Varizen). Eine mögliche Ursache für die vermehrte Bildung von Varizen in der Schwangerschaft, sind Gestagene, die für die Auflockerung des Bindegewebes sorgen. Somit verlieren auch die Venen an Spannkraft und es kann eben schneller zu Krampfadern kommen.

Auch die Zunahme des zu tragenden Gewichtes in der Schwangerschaft begünstig die Bildung der Krampfadern. Neben dem Gefühl einer Schwere der Beine kann es auch zu Juckreiz und zu nächtlichen Wadenkrämpfen kommen.

Varizen in der Schwangerschaft sind mehr als nur ein ästhetisches Problem. Deshalb empfiehlt es sich, bei der Neigung zu Krampfadern in der Schwangerschaft sogenannte Kompressionsstrümpfe zu tragen. Diese sollten unter Umständen  maßgefertigt sein, um die Venen mit dem richtigen Gegendruck optimal entlasten zu können.

Besonders hübsch sehen solche Kompressionsstrümpfe zwar nicht aus und sind auch nicht immer angenehm zu tragen. Um jedoch die Bildung dauerhaft bleibender, unschöner Krampfadern rechtzeitig zu vermeiden, bietet das Tragen dieser Strümpfe in der späten Schwangerschaft vielleicht doch eine annehmbare Lösung.

 

Punkt 10 im Gravidogramm:
Ihre Gewichtszunahme

Auch die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft wird während des Schwangerschaftsverlaufes regelmäßig kontrolliert und in das Gravidogramm Ihres Mutterpasses eingetragen. Während es bei den meisten Frauen um die 12 bis 15 Kilogramm sind, die diese in der Schwangerschaft zunehmen, können besonders schlanke Frauen auch einmal 18 bis 20 Kilogramm zunehmen.

Neben dem Kind, was bei der Geburt um die 3 Kilogramm wiegen dürfte, sind es das Fruchtwasser und die Gebärmutter, die einen Großteil des zusätzlichen Gewichtes ausmachen. Aber auch Wasseransammlungen im Körper können zu einer Gewichtszunahme in der Schwangerschaft führen. Deshalb wird nicht nur Ihr Gewicht regelmäßig kontrolliert, sondern auch Ihr Blutdruck gemessen und die Bildung von Ödemen überwacht. Eine geringe Gewichtszunahme kommt dagegen seltener vor und sollte ebenfalls Grund für eine eingehende Untersuchung sein.

 

Punkt 11 im Gravidogramm:
RR (Blutdruck)

Die Abkürzung RR steht für die Blutdruckmessung nach Riva Rocci, einem italienischen Pathologen und Kinderarzt, der im Jahre 1896 die später nach ihm benannte Blutdruckmessmethode ( mit Hilfe einer Armmanschette) vorstellte und ihre Funktion das erste Mal beschrieb.

Bei dieser Messung geht es um zwei Werte und ihr Verhältnis zueinander.
Der obere Wert, auch systolischer Wert genannt, zeigt die Höhe des Blutdrucks an, der besteht, wenn das Blut vom Herzen in die Arterien gepumpt wird. Er ist überwiegend ein Indikator für den Gesundheitszustand von Herzmuskel und Gefäßsystem.

Der untere Wert, der als diastolischer Wert bekannt ist, zeigt die Höhe des Blutdrucks während der Erschlaffungsphase, die immer zwischen zwei Schlägen des Herzens stattfindet. Hierbei füllen sich die Herzkammern durch den Unterdruck erneut mit Blut und auch die Koronararterien werden wieder mit Blut gefüllt. Durch diese beiden Hauptphasen wird also das Blut nicht nur mit Sauerstoff angereichert und durch den gesamten Organismus gepumpt, sondern auch das Herz selbst mit Blut versorgt.

Ein Blutdruck von unter 100/60 wird als Hypotonie bezeichnet und als niedriger Blutdruck angesehen. Auch wenn hier Schwindelgefühle und eine Neigung zur Ohnmacht bestehen, ist ein niedriger Blutdruck, sofern er nicht Symptom einer ernsthaften Erkrankung ist, selten behandlungsbedürftig.

Umgekehrt ist eine Hypertonie, von der ab einem Blutdruck von über 140/90 die Rede ist, nicht nur in der Schwangerschaft gefährlich. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck sollte auf jeden Fall behandelt werden. In der Schwangerschaft stehen nicht die gleichen Möglichkeiten wir bei Nichtschwangeren zur Verfügung, weshalb hier meist eine medikamentöse und streng überwachte Behandlung vonnöten sind, da das Leben von Mutter und Kind hochgradig gefährdet ist.

Nicht immer wird die Geburt aufgrund eines hohen Blutdruckes verfrüht eingeleitet. Doch wenn eine Gestose, die früher auch als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet wurde, für Mutter und Kind lebensgefährdende Komplikationen darstellt, kann es sein, dass eine früher stattfindende, künstlich eingeleitete Geburt als notwendig erachtet wird.

Doch keine Angst: Allzu oft kommt dies nicht vor und bei manchen Frauen steigt der ansonsten normale Blutdruck einfach an, sobald sie im Untersuchungszimmer sitzen. Wenn es Ihnen und Ihrem Kind gut geht, wird ein guter Arzt dies zu unterscheiden wissen.

 

Punkt 12 im Gravidogramm:
Der Hb (Ery)-Wert

Hb (Ery): Die Abkürzung Hb im Gravidogramm steht für Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff der Erythrozyten. Das Kürzel „Ery“ steht für Erythrozyten.

Hämoglobin ist unter anderem für den Transport von Sauerstoff zu den Geweben verantwortlich. Sinkt der Hämoglobin-Wert unter die tolerierbare Grenze von 12,0, wird dies als Anämie (Blutarmut) bezeichnet und meist mit einem Eisenpräparat behandelt. Denn im Hämoglobin ist Eisen enthalten, welches den Sauerstoff bindet.

Die Erythrozyten (Ery) werden teilweise mitbestimmt, um spezielle Formen einer möglichen Anämie zu erkennen.

 

Punkt 12 im Gravidogramm:
Sediment (Urinuntersuchung)

Der Urin bzw. das Urinsediment, bei dem es sich sozusagen um die festen Bestandteile des Urins handelt, wird im Verlauf der Schwangerschaft regelmäßig auf Eiweiß, Zucker, Nitrit und Blut untersucht.

Gut, wenn alles o.B. (ohne Befund) ist. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Manchmal trägt der Arzt ein Plus-Zeichen anstatt eines durchgestrichenen Kreises in das dafür vorgesehen Kästchen ein. Folgende Eintragungen können also als Hinweise für eine mögliche Erkrankung dienen:

 

1. Eiweiß +
Es kann immer mal wieder vorkommen, dass sich geringe Spuren von Eiweiß im Urin befinden. Manchmal steckt aber auch eine Nierenerkrankung oder ein Harnwegsinfekt dahinter, was dringend abgeklärt und behandelt werden sollte. Ein stark erhöhter Eiweiß-Wert kann aber auch ein Hinweis auf eine sogenannte Gestose sein.

2. Zucker +
In geringen Spuren ist das Vorkommen von Zucker im Urin nichts Ungewöhnliches. Erhöhte Messwerte sollten jedoch unbedingt durch einen Glukose-Belastungstest abgeklärt werden. Denn sie könnten ein Hinweis auf einen sich entwickelnden Schwangerschaftsdiabetes sein. Im Verlauf der Schwangerschaft kommt es zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels, weshalb minimal erhöhte Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft nicht immer ein Grund zur Besorgnis sind.

Eine stärker verringerte Insulinsensitivität wiederum hat zur Folge, dass die Zellen nicht mehr ausreichend auf Insulin reagieren. Denn Insulin agiert normalerweise als eine Art Schlüssel, welcher die Zellen befähigt, den Zucker aufzunehmen. Bei einem Schwangerschaftsdiabetes verstärkt sich die Insulinresistenz ab der 20. Schwangerschaftswoche durch hormonelle Umstellungen zusätzlich.

Wenn Sie an einem Schwangerschaftsdiabetes leiden, ist Ihre Insulinproduktion infolge dieser Insulinresistenz nicht mehr ausreichend hoch, um Ihren Energiebedarf und den Ihres Kindes hinreichend zu decken. Während ein leichter Schwangerschaftsdiabetes bei manchen Frauen wenig Symptome verursacht, treten bei höheren Zuckerwerten meist starker Durst und vermehrtes Wasserlassen als Zeichen eines Diabetes auf. Denn der Organismus versucht, den Zucker über den Urin aus dem Körper zu schwemmen.

Durch einen schlecht eingestellten Schwangerschaftsdiabetes kann es unter anderem zu einer ungewöhnlichen Größen- und Gewichtszunahme des Babys kommen. Ebenso wird oftmals ein arterieller Bluthochdruck mit einem Schwangerschaftsdiabetes in Verbindung gebracht.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung werden werdende Mütter spätestens zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche auf einen Diabetes untersucht.
Die Kosten für diesen Glukosetoleranztest, mit dem ein Schwangerschaftsdiabetes ausgeschlossen werden soll, werden also von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch dieses Ergebnis findet sich im Gravidogramm des Mutterpasses auf Seite 7 wieder.

Nur wenn sich die Blutzuckerwerte trotz einer Ernährungsumstellung nicht ausreichend beeinflussen lassen, muss das Hormon Insulin dem Körper mit Spritzen bzw. Insulinpens zugeführt werden. Nicht selten kann eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft und auch ausreichende Bewegung durch einen geeigneten Sport in der Schwangerschaft positiv beeinflusst werden, so dass Insulinspritzen bei einem Schwangerschaftsdiabetes nicht immer nötig sind. In der Regel verschwindet diese Form des Diabetes nach der Geburt von selbst wieder.

3. Nitrit +
Nitrit ist eine Stickstoffverbindung, die bei einem gesunden Menschen im Urin nicht vorkommt. Denn Nitrit kommt lediglich bei bakteriellen Infektionen des Urogenitaltraktes vor und kann von Bakterien aus dem im Urin enthaltenen Nitrat gebildet werden. Nitrit kann daher auch im Urin bzw. dem Urinsediment bestimmt werden.

 

Da Nitrit nur bei Vorkommen bestimmter Bakterien gebildet wird, gilt sein Vorhandensein in der Regel als Nachweis für eine Infektion mit solchen Bakterien, weshalb ein solcher Befund ebenfalls im Gravidogramm eingetragen wird. Dies können beispielsweise E. coli, Enterobakterien oder andere Erreger sein. In der Schwangerschaft sollten auch leichtere Harnwegsinfekte ernst genommen werden und so wird gerade dann oftmals eine antibiotische Behandlung empfohlen, damit die Entzündung nicht aufwärtssteigt.

 

4. Blut +
Diese Spalte befindet sich genau genommen bereits auf Seite 8 im Gravidogramm des Mutterpassen, gehört aber noch zu den bakteriologischen Befunden der Sedimentuntersuchung. Daher steht dieser Punkt hier und nicht auf Seite 7 mit aufgelistet.

Sollte im Urin oder Urinsediment Blut zu finden sein, kann es sich unter anderem ebenso um eine Infektion der Harnwege handeln oder aber auch eine Störung der Nierenfunktion vorliegen. Mit Sicherheit wird Ihr Frauenarzt dies abklären und entsprechend behandeln, so dass Sie und Ihr Baby sich auch bei einem solchen Befund, der bei einer Harnwegsinfektion häufiger vorkommt, gut versorgt fühlen dürften.