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Kalzium: Auch in der Schwangerschaft wichtig

Autor: Christina Meier

Achten Sie auch auf Ihren Bedarf an Kalzium in der Schwangerschaft. Denn Kalzium hat wesentliche Aufgaben im Körper.

Kalzium in der Schwangerschaft: Für starke Zähne und Knochen

Kalzium ist neben Magnesium eines der Mineralstoffe, von dessen Wichtigkeit für die Zahn- und Knochengesundheit die meisten Menschen wissen. Außerdem ist Kalzium vermutlich der am häufigsten zur Ergänzung eingenommene Mineralstoff.

 

 

 

Auch wenn es Statistiken und Richtwerte über den Kalziumbedarf eines Menschen, beispielsweise in der Schwangerschaft, gibt, so kann der tatsächliche Bedarf doch auch aufgrund verschiedener Umstände von den Standartwerten abweichen. Kalzium kommt im Körper tatsächlich in weit größeren Mengen als jeder andere Mineralstoff vor.

Der größte Teil des Kalziums ist in den Zähnen und Knochen eingelagert. Der kleinere Teil, lediglich etwa 1%, befindet sich in den Zellen und in den Zwischenzellräumen.

Kalzium in der Schwangerschaft: Für Muskeln und Nerven

Außer für die Zähne und Knochen wird Kalzium auch für das Funktionieren von Muskeln und Nerven benötigt. Hier kann ein Mangel oder Überschuss von Kalzium zu Krämpfen und neurologischen Störungen führen.

 

Kalzium in der Schwangerschaft: Für einen ausgeglichenen pH-Wert

Kalzium dient der Regulation des pH-Wertes und damit des empfindlichen Säuren-Basen-Gleichgewichtes. Bei einem zu niedrigen pH-Wert wird im Knochen befindliches Kalzium gelöst und in die Blutbahn geschleust. So sorgt der Organismus dafür, dass das Blut nicht zu sauer wird und der pH-Wert wieder ins Lot kommt. Denn ist das Säuren-Basen-Gleichgewicht gestört und der pH-Wert dauerhaft zu niedrig, kann es zu einer Reihe von Störungen und Beschwerden kommen.

 

Kalzium als Co-Faktor für die Funktion von Enzymen

Viele Stoffwechselprozesse funktionieren mit Hilfe zahlreicher Enzyme. Kalzium gilt als unerlässlicher Co-Faktor, ohne den etliche Prozesse nicht richtig funktionieren würden.

Kalzium und die Blutgerinnung

Der Blutgerinnungsfaktor bzw. die Vorstufe Prothrombin wird in Gegenwart von Kalzium in die aktive Form Thrombin umgewandelt.

 

Kalzium und die Zellfunktion

Kalzium wird für verschiedene Funktionen an und in der Zelle benötigt. So dient es der Zellmembranstabilisation und ist unerlässlich für die Zelldifferenzierung und die Zellvermehrung. Dies ist natürlich in der Schwangerschaft besonders wichtig.

 

Kalzium und die Signalweiterleitung

Auch für die Übertragung und Weiterleitung von Impulsen im Nervensystem wird Kalzium benötigt.

 

Kalzium für den Hormonhaushalt:

Kalzium ist für die Ausschüttung wichtiger Hormone wie beispielsweise Insulin unerlässlich.

 

Kalzium und seine Rolle bei Entzündungen und Allergien

Kalzium scheint eine antientzündliche und antiallergische Wirkung ausüben zu können. Inwieweit und warum Kalzium hierbei eine Rolle spielen kann, ist Gegenstand entsprechender Forschungen.

Wenn Kalzium fehlt: Typische Symptome

Ein langanhaltender Kalziummangel kann sich in Knochen- und Zahnbeschwerden, tetanischen Muskelkrämpfen, Atembeschwerden, Gerinnungsstörungen des Blutes und später an Osteoporose zeigen.

Chronischer Kalziummangel kann oftmals auch zu trockener Haut, Ekzemen und anderen Hautproblemen führen und wird manchmal von Missempfindungen auf der Haut begleitetet. Auch die Nägel nehmen an Stabilität ab und es kann zu Haarausfall kommen. Ebenso kann sich ein chronischer Kalziummangel in Herz- und Kreislaufbeschwerden äußern.

Selbst die Gesundheit der Augen, des Urogenitalsystems und des Verdauungstraktes können unter einem langanhaltenden Kalziummangel leiden. Die Symptome sind so vielseitig, dass sie nicht immer gleich an einen Kalziummangel denken lassen. Ein akuter Kalziummangel mit solchen Symptomen kommt in der Regel nicht so häufig vor, da eine Selbstregulation mithilfe des Parathormons (s. u) dies meist verhindert.

Mögliche Ursachen eines Kalziummangels

1. Eingeschränkte Funktion der Nebenschilddrüsen

Auch die Ursachen für einen Mangel an Kalzium können vielfältiger Natur sein. So kann es beispielsweise durch eine eingeschränkte Funktion der Nebenschilddrüsen zu einer verminderten Aufnahme von Kalzium und damit zu einem Kalziummangel kommen. Denn die Nebenschilddrüsen sind für die Bildung des Hormons „Parathormon“ verantwortlich.

Dieses wiederum ist für das Gleichgewicht des Blutkalziums zuständig. Bei einem zu niedrigen Blutkalziumspiegel sorgt das Parathormon dafür, dass Kalzium, welches in den Knochen eingelagert ist, gelöst wird und in den Blutkreislauf gelangt. Außerdem veranlasst es, dass in der Nahrung befindliches Kalzium besser resorbiert wird.

Zusätzlich sorgt das Parathormon für eine reduzierte Kalziumausscheidung über den Urin. Somit wird der Kalziumspiegel im Blut wieder ausreichend angehoben. Wenn dem Körper über die Nahrung wieder mehr Kalzium zugeführt wird, wird überflüssiges Kalzium erneut in die Knochen transportiert und eingelagert. Somit ist das notwendige Gleichgewicht innerhalb des Körpers wiederhergestellt.

Bevor es zu einem massiven, chronischen Kalziummangel kommt, vergehen meist mehrere Jahre, da in den Knochen große Mengen an Kalzium eingelagert sind, die in einer Mangelsituation zur Verfügung stehen.
Heute weiß man, dass auch eine Osteoporose nicht nur aufgrund eines Kalziummangels auftreten kann, sondern meist mehrere Ursachen zugrunde liegen.

Bei einem Fehlen des Parathormons aufgrund einer Operation, bei der beispielsweise die Schilddrüse entfernt wird, kommt es manchmal vor, dass auch die Nebenschilddrüsen entfernt oder beschädigt werden. In einem solchen Fall wird kein Parathormon mehr gebildet. So steht dies bei einem akuten Kalziummangel nicht mehr zur Verfügung, um den Kalziumspiegel zu regulieren.

Auch die Bestrahlung des Halses im Rahmen einer Krebsbehandlung kann zu Schäden an den Nebenschilddrüsen führen und einen Parathormon- und damit auch Kalziummangel nach sich ziehen.
Dann zeigt sich auch ein akuter Mangel mit gefährlichen Symptomen wie Krämpfen der Muskulatur, Lähmungserscheinungen und anderen Anzeichen eines massiven Kalziummangels.

2. Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Nicht wenige Menschen, gerade auch Frauen in der Schwangerschaft, leiden regelmäßig unter Sodbrennen. Bei der Einnahme eines Säureblockers kann es jedoch zu einem Mangel an Magensäure kommen, der wiederum Folgen für die Aufnahme von Vitamin B12 und Kalzium hat. So kann es trotz kalziumreicher Nahrung oder Vitamin B12-haltiger Nahrung zu entsprechenden Mängeln kommen.

Bei chronischen Darmerkrankungen, die mit starken Entzündungen einhergehen, wie dies beispielsweise bei Morbus Crohn oder auch Colitis Ulcerosa der Fall ist, kann es ebenfalls zu einem Kalziummangel kommen.

Ebenso funktioniert bei einer (nicht erkannten) Zöliakie, unter der die Darmzotten aufgrund einer Reaktion gegen Gluten beschädigt werden, die Nährstoffresorption nur eingeschränkt. Weitere Magen-Darm-Beschwerden können ebenfalls Ursache für eine eingeschränkte Kalziumaufnahme sein.

3. Erhöhte Ausscheidung von Kalzium mit dem Urin

In den Wechseljahren kommt es nicht selten hormonbedingt zu einer höheren Kalziumausscheidung über den Urin. Auch Nieren- oder Schilddrüsenprobleme können ebenso eine zu hohe Kalziumausscheidung zur Folge haben.

 

4. Kalziummangel: Häufig durch Vitamin-D-Mangel bedingt

Ebenfalls mit Hilfe der Nieren kommt es zu einer Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form. Dies ist wichtig, damit das im Darm befindliche Kalzium auch eingelagert werden kann. Fehlt hier das aktive Vitamin D aufgrund einer Nierenerkrankung oder einer anderen Ursache, kommt es zu einer Ausscheidung des im Darm befindlichen Kalziums mit dem Stuhlgang.

Vitamin-D-Mangel kann also auch eine Ursache für einen Kalziummangel in Knochen und Zähnen sein. Im deutschsprachigen Raum und den mitteleuropäischen Ländern wie beispielsweise Skandinavien kann durch die ungenügende Sonneneinstrahlung oftmals nur unzureichend Vitamin D gebildet werden.

Ein nicht aufgefüllter Vitamin-D-Speicher bzw. ein chronischer Mangel an diesem wichtigen Sonnenvitamin ist also unter anderem der Grund für einen immer weiter fortschreitenden Kalziummangel mit all seinen möglichen Folgen.

5. Unzureichende Versorgung mit Magnesium

Auch ein Magnesiummangel kann einen negativen Einfluss auf die Produktion des Parathormons haben. Viele Nährstoffe bedingen einander. Hier kommt es zu wechselseitigen Einflüssen und Abhängigkeiten, die einmal mehr zeigen, dass der Mensch ein Ganzes ist und das Fehlen eines Teiles Auswirkungen auf das ganze System haben kann.

Magnesium spielt bei der Verwertung von Kalzium eine besondere Rolle. Denn ohne Magnesium kann der Organismus das Kalzium nicht richtig aufnehmen. Bei einem Magnesiummangel kann es trotz ausreichend vorhandenem Kalzium also zu einem Kalziummangel kommen.

Dabei kommt es besonders auf das richtige Verhältnis zwischen Kalzium und Magnesium an. Ideal ist ein Verhältnis von 2:1, also doppelt so viel Kalzium wie Magnesium.

Unsere moderne Ernährung, die einen Großteil des Kalziums aus Kuhmilchprodukten bezieht, weist jedoch ein absolutes Missverhältnis zwischen diesen beiden Nährstoffen auf. Denn hier ist meist mehr als das Zehnfache des Kalziums vorhanden, während kaum Magnesium enthalten ist. Dies ist mit ein Grund dafür, dass das Kalzium aus Milchprodukten meist nicht gut verwertet werden kann und der Genuss von Kuhmilchprodukten paradoxerweise so sogar einen Kalzium- und Magnesiummangel fördert.

 

6. Bewegungsmangel

Damit der Körper das zur Verfügung stehende Kalzium in die Knochen einlagert, benötigt er den Reiz der Bewegung durch die Muskeln. Verschiedene Studien belegen es: Wer sich regelmäßig bewegt und eventuell sogar ein leichtes Krafttraining absolviert, hilft seinen Knochen, gesund und stark zu bleiben.

 

7. Mangelhafte Ernährung bzw. erhöhter Bedarf

Zwischen 300 und 400 Milligramm Kalzium benötigt ein gesunder Erwachsener täglich. Damit dieser Bedarf auch gedeckt werden kann, müssen jedoch größere Mengen eingenommen werden, da vom zur Verfügung stehenden Kalzium nicht immer alles optimal verwertet werden kann. So sprechen viele Empfehlungen davon, dass Erwachsene etwas 1200 Milligramm täglich zu sich nehmen sollten. Schwangere und stillende Mütter haben jedoch einen erhöhten Bedarf an vielen Nährstoffen, so auch an Kalzium und Magnesium. Decken Sie also unbedingt ihren Bedarf an Nährstoffen wie Kalzium in der Schwangerschaft gut ab.

Kohl enthält jede Menge Kalzium und andere wertvolle Inhaltsstoffe

Wer seinen Kalziumbedarf über eine pflanzenbasierte Ernährung decken möchte, sollte häufiger zu Kohlgemüse greifen. Denn dieses enthält große Mengen an Kalzium, daneben Vitamin K, welches für die Blutgerinnung wichtig ist und außerdem Vitamin C, Kalium und das für die Kalziumaufnahme unentbehrliche Magnesium.
Zusätzlich empfiehlt es sich, bei einem erhöhten Bedarf oder einem Mangel zu einem geeigneten Nahrungsergänzungsmittel zu greifen.

Eine Möglichkeit, die Kalziumaufnahme zu erhöhen, besteht darin, während der Aufnahme kalziumhaltiger Nahrungsmittel Vitamin C zu sich zu nehmen. Denn dieses scheint die Kalziumaufnahme positiv beeinflussen zu können. Daher ist ja auch das Kohlgemüse so überaus empfehlenswert, da es neben Kalzium, Magnesium und Vitamin K auch Vitamin C enthält und somit die Bioverfügbarkeit des Kalziums erhöht.

 

Auf Kalzium nicht nur in der Schwangerschaft und Stillzeit achten!

Kalzium ist also für die Gesundheit nicht nur in der Schwangerschaft und Stillzeit unentbehrlich. Der Mensch benötigt von Anfang an dieses Salz, welches für die Zahn- und Knochengesundheit so überaus wichtig ist. Über eine gesunde Ernährung kann der normale Bedarf meist gedeckt werden. Bei einem erhöhten Bedarf oder einem eventuellen Mangel kann auf ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen werden. Bei einem massiven, krankheitsbedingten Mangel jedoch sollten Sie Ihren Hausarzt zu Rate ziehen. Hier können andere oder zusätzliche Maßnahmen angeraten sein.

In welchen pflanzlichen Lebensmitteln besonders viel Kalzium enthalten ist oder wie hoch der individuelle Kalziumbedarf jeweils ist, finden Sie auf dem Mutter-Kind-Portal demnächst unter den entsprechenden Links.

 

 

Mein erstes Buch: Auch für Schwangere schön zu lesen, denn in den Geschichten geht es unter anderem um den Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt. Das Taschenbuch ist bei Thalia, BoD und Ihrem lokalen Buchhändler für 5,99 Euro erhältlich.

Der Seelenspiegel und seine Geschichten

 

 

 

 

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