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Was ist ein Abusus in der Schwangerschaft?

Autor: Christina Meier

Abusus als Begriff in der Medizin

Als Abusus bezeichnet man in der Medizin einen „Missbrauch“ von beispielsweise Medikamenten, Genussmitteln oder auch Drogen, ob legal oder illegal.

 

Abusus in der Schwangerschaft

Gerade in der Schwangerschaft kann sich ein Missbrauch schädlicher Substanzen negativ auf die Gesundheit des Ungeborenen auswirken, weshalb ein solcher Abusus auch im Mutterpass vermerkt sein sollte. Dies dient dem Gynäkologen und/oder der Hebamme als Hinweis, aufgrund dessen besondere Vorsicht angeraten ist und engmaschigere Kontrollen stattfinden sollten. Denn die Gesundheit von Mutter und Kind ist gleichermaßen durch den Abusus gefährdet. Die schädlichen Substanzen werden nicht gänzlich vom Mutterkuchen gefiltert und gelangen somit auch in den Blutkreislauf des Babys.

 

Welche Formen von Abusus kommen am häufigsten vor?

 

1. Alkoholabusus

Schlimmstenfalls kommt es durch den Abusus von Alkohol während der Schwangerschaft zum „fetalen Alkoholsyndrom“ (FAS), der auch als Alkoholembryopathie bekannt ist. Hierbei kommt es oftmals zu geistigen Behinderungen, multiplen Organschäden und späteren Verhaltensauffälligkeiten. Was viele Mütter einfach nicht wissen: Bereits wenig, aber regelmäßiger Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann solche schweren Folgen nach sich ziehen.

 

2. Nikotinabusus

Nikotinabusus in der Schwangerschaft führt, statistisch gesehen, häufiger zu Aborten, Fehl- oder Frühgeburten. Außerdem soll es durch Rauchen in der Schwangerschaft eher zu einer Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft kommen. Auch das Risiko einer Fehllage oder ein verfrühtes Ablösen des Mutterkuchens soll durch das Rauchen signifikant erhöht sein.

Nikotin kann die embryonale Entwicklung beeinträchtigen

Sowohl Kohlenmonoxid als auch Nikotin und weitere schädliche Stoffe im Zigarettenrauch gelangen über den Blutkreislauf der Mutter auch zum ungeborenen Kind. Es kommt zu einer verminderten Versorgung mit Sauerstoff und zu einer Verengung der Gefäße, sodass auch die Nährstoffversorgung beeinträchtig wird. Das ungeborene Kind reagiert durch diese Verengung der Blutgefäße mit einem erhöhten Herzschlag. Dies alles stellt einen enormen Stressfaktor für das Baby dar. Die Unterversorgung mit notwendigen Nährstoffen und die zum Kind gelangenden Schadstoffe können massive Wachstumsverzögerungen oder auch Missbildungen wie beispielsweise Gaumen- oder Lippenspalten nach sich ziehen. Außerdem kann es durch weitere Schadstoffe aus der Zigarette zu Erbgutschädigungen beim Baby kommen.

 

 

3. Koffeinabusus

Auch Kaffee zählt zu den Genussmitteln, die im Übermaß eher zum Genussgift werden können. Denn Koffein kann vom Fötus mangels entsprechender, für den Koffeinabbau notwendigen Enzyme nicht abgebaut werden.
Bein Abusus von Kaffee zeigt sich ebenfalls, dass dieser einen Einfluss auf das Geburtsgewicht des Kindes haben kann. Während ein bis Tassen Kaffee täglich noch keine schwerwiegenden Folgen haben, sollte Kaffee in Unmengen oder gar der Konsum koffeinhaltiger Energydrinks absolut vermieden werden.

 

 

Medikamenten- und Drogenmissbrauch stellen natürlich ebenfalls große Risiken für die Gesundheit von Mutter und Kind dar.

Um die gesundheitlichen Risiken von Mutter und Kind während der Schwangerschaft besser einschätzen zu können, wird zu Beginn der Schwangerschaft das Thema „Abusus“ angesprochen und relevante Vorkommnisse oder auch eventuelle Abhängigkeiten im Mutterpass eingetragen.