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Was ist eine Anamnese?

Autor: Christina Meier

Die Anamnese (das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Erinnerung“) dient der Diagnostik von Erkrankungen. Denn im Gespräch kann der Arzt viel über die Krankengeschichte seines Patienten erfahren und durch aufkommende Fragen wertvolle Informationen in Erfahrung bringen.

Dadurch kann er sich ein vollständigeres Bild auch über den aktuellen Gesundheitszustand machen und einen bestehenden Verdacht entweder untermauern oder ausschließen.  Es geht darum, die Vorgeschichte des Kranken genauer zu beleuchten und dadurch ebenso Rückschlüsse auf die aktuelle Situation des Patienten ziehen zu können.

Was erfragt der Arzt im Rahmen einer Anamnese?

In einem Anamnesegespräch wird Ihr Arzt Ihnen unter anderem folgende Fragen stellen:

  • Hatten Sie schon einmal einen Krankenhausaufenthalt und wenn ja, wann und warum?
  • Welche Vorerkrankungen haben Sie? Leiden Sie beispielsweise unter Bluthochdruck?
  • Wurden Sie schon einmal operiert, wenn ja, wann und warum?
  • Gibt es in Ihrer Familie bzw. leiden Sie selbst an irgendwelchen Allergien oder Unverträglichkeiten?
  • Nehmen Sie irgendwelche Medikamente ein?

 

Für die Anamnese gilt die Schweigepflicht

Selbstverständlich gilt die Schweigepflicht ebenfalls für die Informationen, die sich aus dem Anamnesegespräch ergeben und die Sie dem Arzt geben. Sie müssen sich also keine Sorgen machen, wenn Sie dem Arzt recht intime und persönliche Dinge mitteilen.

 

Anamnese in der Schwangerschaft

Bereits bei der ersten Untersuchung wird Ihr Frauenarzt mit Ihnen ein ausführliches Anamnesegespräch führen. Er wird Sie nach

  • früheren und jetzigen Erkrankungen fragen,
  • sich erkundigen, ob Sie Medikamente einnehmen,
  • sich nach bestimmten Risikofaktoren hinsichtlich der Schwangerschaft erkundigen
  • und Sie nach vorausgegangenen Schwangerschaften fragen.

Auch eine Familienanamnese, bei der besonders chronische Erkrankungen innerhalb Ihrer Familie zur Sprache kommen, kann dem Arzt wertvolle Hinweise über mögliche Risiken geben.

Der Anamnese erfolgt in der Regel die körperliche Untersuchung.

Offenheit kann Leben retten

 

Reden Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme offen über Ihre Situation und Ihre gesundheitliche Vorgeschichte. Denn nur, wenn Ihr Arzt oder Ihre Hebamme so viel wie möglich über Ihren Gesundheitszustand erfahren, können sie bereits früh eventuell vorhandene Risiken erkennen und dementsprechend handeln.

Doch machen Sie sich keine Sorgen. Selbst wenn Ihr Arzt im Mutterpass eine „Risikoschwangerschaft“ bescheinigt, bedeutet dies nicht unbedingt und eher selten, dass Ihr Kind oder Sie automatisch in Lebensgefahr sind. Es dient viel eher Ihrer Sicherheit, denn es berechtigt Sie, mehrere und besondere Untersuchungen in Anspruch zu nehmen und garantiert Ihnen eine noch gründlichere, gesundheitliche Überwachung im Verlauf Ihrer Schwangerschaft.